
WM 2018 in Russland
32 Mannschaften trafen sich erstmals in Russland zur Endrunde einer Weltmeisterschaft, 133 Freunde hatten Tipps für den Wagner-Cup abgegeben und stellten damit erneut einen Teilnehmerrekord dar.
Österreich hatte die Qualifikation klar verpasst (Platz 4 in der Grupp D hinter Serbien, Irland und Wales).
Lebensgefährtin kommt dem Wortstamm nach ja von Lebensgefahr und nachdem zwei der drei Wagner-Cup-Organisatoren längerfristige Verbindungen mit bezaubernden Damen aus dem wunderschönen Kroatien eingegangen waren, versammelte sich der Wagner-Clan aus Sicherheitsgründen in seltener Einigkeit emotional hinter Kroatien.
Und Kroatien hielt diesem Druck bravourös stand und musste erst im Finale gegen Frankreich die einzige Niederlage einstecken.
So kam es, wie es kommen musste: Marion Eckert, Clemens‘ Partnerin, gewann mit ihrem Tipp mit Kroatien als Vize-Weltmeister klar vor Xandis Schwager Mario „Gogo“ Varadin. Erst auf Platz 3 mit Kevin Piticev der Erste, der den richtigen Weltmeister Frankreich vorhergesagt hatte.

Wagner Cup Siegerin 2018: Marion Eckert
Kroatien war als krasser Außenseiter der Tippgemeinschaft ins Finale gekommen, sodass sich das neu geschaffene Bonussystem entsprechend extrem auswirkte und jene beiden Tipps ganz nach vorne spülte, die Modrić & Co im Finale hatten. Diese (zu) extreme Vergabe von Bonuspunkten für Überraschungen wird wohl etwas überarbeitet/entschärft werden müssen.
Auch sonst war die Endrunde nicht gerade arm an Überraschungen: Deutschland flog schon nach der Gruppenphase als Gruppenletzter hinter Schweden, Mexiko und Südkorea nach Hause. Keine einzige afrikanische Mannschaft schaffte es ins Achtelfinale. Russland schickte Spanien schon nach dem Achtelfinale heim. Und England gewann erstmals ein Elfmeterschießen bei einem Großereignis.
Das Halbfinale war bereits eine rein Europäische Angelegenheit. Frankreich besiegte Geheimfavorit Belgien mit 1:0 und traf im Finale auf Kroatien, das England sensationell in der Verlängerung mit 2:1 niederkämpfte.
Im Finale musste Kroatien der vorangegangenen Schlacht Tribut zollen und hatte den Franzosen nicht mehr viel entgegenzusetzen.
Platz 3 sicherte sich Belgien gegen die ebenfalls schon müden Engländer.
EM 2020: Ahles valsch!
Die Europameisterschaft 2020 fand nicht 2020 statt. Sie fand auch nicht nur in Europa statt. Und der Wagner-Cup endete mit einem im Hause Wagner desaströsen Ergebnis.
Im Einzelnen:
Weil in Wuhan ein paar Frankensteins nicht aufgepasst haben, konnten ein paar ihrer kleinen Monster ausbüchsen und in weiterer Folge eine weltweite Virus-Seuche samt ordentlicher Panik auslösen. Das brachte nicht nur die Weltwirtschaft ins Wanken, auch die sonst von äußeren Einflüssen (Gesetze ö.Ä.) kaum zu irritierende UEFA ließ sich beeindrucken und verschob die EM um ein Jahr. Die Namensrechte dürften aber schon vergeben gewesen sein, weshalb dann im Sommer 2021 die EM 2020 ausgetragen wurde.
Die Meisterschaften der Regionalverbände der FIFA tragen ihre Meisterschaften traditionell innerhalb ihrer eigenen Regionen aus. Also den Afrika-Cup in Afrika, die Asien-Meisterschaft in Asien, usw.
Nur die UEFA wollte diesmal beweisen, dass sie über ihre eigenen Grenzen hinaus zu denken im Stande ist. Die Austragung der Europameisterschaft fand also in 10 Europäischen Stadien statt – und in Baku, also eh nur ca. 1.500 km östlich vom östlichsten Zipfel Europas entfernt.
Österreich war wieder dabei, nachdem wir in der Qualifikation Giganten wie Nordmazedonien, Israel, Slowenien und Lettland hinter uns gelassen und als Gruppenzweiter hinter Polen den Sprung zur Endrunde geschafft hatten.
Dort wurden uns (nochmals) Nordmazedonien, Ukraine und die Niederlande zugelost. Mit einem 3:1-Sieg gegen Nordmazedonien im ersten und einem 1:0-Sieg gegen die Ukraine im letzten Gruppenspiel schaffte Österreich sicher Platz 2 und stieg ins Achtelfinale auf.
Dort trafen wir auf Italien. Teamchef Foda hatte unser Team rund um Captain Alaba sehr defensiv eingestellt und in der regulären Spielzeit hielten wir auch das 0:0. In der Verlängerung setzte sich dann doch die Klasse der Italiener durch. Mit 1:2 (Ehrentreffer Kalaijdžić) verabschiedeten wir uns mit erhobenem Haupt von dieser EM.
Im weiteren Verlauf der EM zeigte sich, wie stark dieses von Roberto Mancini geführte Italienische Team rund um Abwehrchef Leonardo Bonucci wirklich war. Belgien wurde im Viertelfinale mit 2:1 aus dem Bewerb gekegelt. Im Halbfinale besiegten sie Spanien im Elfmeterschießen. Und das Finale gewannen die Azzurri gegen England ebenfalls im Elfmeterschießen.
Und damit kommen wir zum eingangs erwähnen Desaster. Marie-Catherine Wagner, jüngste Tochter des Hausherrn (Gerhard) und somit Schwester von Alexander und Clemens hatte den besten Tipp abgegeben und gewann den Wagner-Cup souverän vor Berni Egger und Mo Zariyan.

Wagner-Cup-Gewinnerin Marie-Catherine mit dem Wanderpokal.
Gefragt, was sie vom Motto des Cups Der Wagner-Cup-Sieger: sein Wort zählt, seine Meinung ist Recht! hält, meinte sie nur in Richtung ihrer Brüder:
„HAHA!!!“
WM 2022: Eine Qata(r)strophe
Schon die Vergabe der Fußball Weltmeisterschaft 2022 nach Katar löste bei Fußball-Fans allgemeines Kopfschütteln aus: Keine Fußballtradition, brütende Wüstenhitze und ein fragwürdiger Umgang mit Menschenrechten in den Emiraten. Bei der Errichtung der benötigten Stadien bestätigten sich Bedenken bezüglich Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen zigtausender Arbeiter aus Afrika und Asien. Das vergleichsweise kleinere Problem des für Fußball ungeeigneten Klimas im Wüstenstaat wurde durch eine Verschiebung des Turniers in den Dezember abgeschwächt. Dies sorgte allerdings für Verwirrungen im Biorhythmus europäischer Fußballfans, welcher über viele Jahre auf Grillen und Badehose zum Großereignis konditioniert wurde.
Die Tippgemeinschaft des Wagner Cups war sich folglich nicht sicher inwiefern man sich auf dieses Ereignis freuen soll, was sich in einem Rückgang der Teilnehmerzahlen bemerkbar machte. Auch die Motivation der Wagner Cup Veranstalter schien etwas gedämpft, die Vorbereitung diesmal, wohl auch wegen der Jahreszeit, auf Sparflamme, was sich schon bald rächen sollte.
Der Redaktion liegen geleakte Chatprotokolle vor, die angeblich zwischen den Organisatoren des Tippspiels stattfanden. Diese Chats zeigen wie hinter den Kulissen ein beunruhigendes Maß an Chaos und Verwirrung weitreichende Entscheidungen, die über Triumph und Blamage entscheiden, maßgeblich beeinflussen.
Wir schreiben den 17. November 2022, knapp drei Tage vor dem Eröffnungsspiel, das den Annahmeschluss für den Wagner-Cup markiert. Die Einladung für das Tippspiel ist längst ausgeschickt und die ersten Tipps sind schon eingelangt. Um 22:56 Uhr kommt die Nachricht im Chat, die wie eine Bombe einschlägt: "Achtung: auf der Website und im Tipp Formular stehen unterschiedliche Punktesysteme."
Der darauffolgende Chatverlauf zwischen 22:56 und 1:26 Uhr:

Was war geschehen? Die Generalüberholung des Punktesystems zwei Jahre zuvor für den Wagner Cup zur Euro 2020 wurde intern als großer Erfolg verbucht, weshalb das Punktesystem selbstverständlich auf der Website unverändert blieb — ohne Rücksicht auf Unterschiede zwischen EM und WM. Komplett anderer Modus? Spiel um Platz 3? Who cares! Für das Tipp Formular wurde hingegen natürlich das Excel File von 2018 als Template genommen. Immerhin gibt es ja wichtige Unterschiede zwischen den EM- und WM-Modus! Das veraltete Punktesystem von 2018 wurde dort selbstverständlich weitergeführt und auch das Auswertungstool von damals übernommen.
Nach kurzem virtuellen Handgemenge galt es einen professionellen Umgang mit der Situation zu finden:
X: "Das schaut sich eh keiner an."
G: "Doch. Ich kenn' zwei, die rechnen mit. Und es spielen viele Juristen mit!"
C: "Möge der beste Winkeladvokat gewinnen!"
X: "Ich hab Euch gesagt, wir brauchen eine Klausel in den AGB, dass wir machen können, was wir wollen"
C: "Wir halten uns einfach an die obersten FIFA Prinzipien: Intransparenz und Korruption."
Der Vorschlag, die Festlegung des Punktesystems an den Höchstbietenden zu vergeben, wird dann allerdings doch verworfen. Über die nächsten zwei Tage oszillieren die Chat Nachrichten zwischen ausführliche Analysen über Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten in der Gewichtung von Bonuspunkten und "Mir ist alles Recht". Irgendwann können sich die Veranstalter aber doch auf eine Lösung einigen. Möge der beste Tipp gewinnen. Oder auch nicht. "Hauptsache wir haben irgendwas Einheitliches."

Drei Stunden vor Start des ersten Spiels werden die Tipper auch über das neue offizielle System in Kenntnis gesetzt. Genug Zeit für Erfahrene Wagner-Cup Teilnehmer die spieltheoretischen Optimalitätsbedingen ihrer Tipp-Strategie zu überprüfen und ihre Tipps noch zu adaptieren. Überraschenderweise macht jedoch niemand von dieser Option Gebrauch.
Damit stand einem reibungslosen Wagner-Cup — es kam zu keiner Anfechtung — nichts mehr im Wege.
Der verzeichnete Teilnehmer Rückgang hat der Qualität der Vorhersagen keineswegs geschadet. Während bei den Buchmachern Brasilien die niedrigsten Wettquoten auswies, ging Argentinien laut Wagner Cup Experten als Top Favorit ins Rennen. Sowohl Argentinien als auch Frankreich wurden am öftesten als Finalisten vorhergesagt.
Die Weltmeisterschaft selbst wird wohl als eine der besseren und vor allem unterhaltsamsten in Erinnerung bleiben. Die notgedrungene Verlegung in den Winter hatte den positiven Effekt, dass die Spieler voll im Saft standen, anstatt wie üblich ausgelaugt am Ende einer langen Saison anzureisen.
Der Spannungsbogen war natürlich geprägt von Messis "last dance". Gelingt es ihm seine einzigartige Karriere mit den vermeintlich wichtigsten Titel – dem einzig fehlenden in seiner unglaublichen Sammlung – zu krönen? Die Realität hielt sich an das Drehbuch.

Während die Fußballwelt weiterzieht, bleibt der Punktesystem-"Skandal" ein denkwürdiger Teil unserer Tippspielgeschichte – ein Mahnmal dafür, dass manchmal die wahre Kunst darin liegt, Chaos als Chance zur Veränderung zu nutzen. Bleibt gespannt, was wir uns für die nächste Fußball-Großereignisse ausdenken.
In den geleakten Chats war die Notwendigkeit einer weiteren Veränderung des Punktesystems schon am Abend des WM Finales jedenfalls so gut wie beschlossen:
C: "Wir müssen was ändern. Kann's ja nicht sein, dass wir alle den richtigen Weltmeister haben und keiner was gewinnt "
G: "Wir machen das nächste Mal Abzüge für richtigen Vize-WM."
X: "Jeder Nachname bekommt einen Punkte-Koeffizienten. Wagner hat den höchsten..."
Vielleicht kehren wir auch einfach zum guten alten Münzwurf zurück.
Verdienter Sieger des Wagner Cups: endlich wieder mal einer, der Ahnung vom Kicken hat. Christian Tröster. Herzlichen Glückwunsch!
